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Erkrankung

Krebs: Ich habe auf meine Erkrankung zugeschnittene Ernährungsratschläge erhalten

 

 

Ernährung ist für Krebspatienten ein äußerst wichtiges Thema. Eine ausgewogene Ernährung ist von großer Bedeutung, da sie den Verlauf der Krankheit und die Wirksamkeit der Behandlungen beeinflusst.

 

Kann mein Krebs zu Gewichtsverlust führen?

Ja, aus verschiedenen Gründen.
Krebs kann zu Appetitlosigkeit und dadurch zu einer Verminderung oder sogar zu einer vollständigen Unterbrechung der Nahrungsaufnahme führen. Diese Appetitlosigkeit kann auf den Tumor selbst zurückzuführen sein, entweder mechanisch (zum Beispiel durch Verschluss der Speiseröhre), oder weil der Schmerz oder eine Depression die Kontrollmechanismen für den Appetit verändern.
Eine verminderte Nahrungsaufnahme kann zu einem allmählichen Nachlassen des Appetits führen.
Andererseits bedeutet eine Krebserkrankung für den Organismus einen erhöhten Energieverbrauch.
Der erhöhte Energieverbrauch bei verringerter Zufuhr durch die Nahrung führt zu einem Ungleichgewicht und in der Folge zu einem Gewichtsverlust, der bis zur Mangelernährung gehen kann.

 

 

Ein Ernährungsberater oder Diätetiker wird Ihnen bei der Optimierung Ihrer Ernährung helfen. Sie erhalten dort einfache und praktische Ratschläge: pürierte, aufgeteilte, angereicherte Mahlzeiten...

 

Was ist Mangelernährung?

Mangelernährung entsteht, wenn dem Organismus zu wenig Nährstoffe und Energie zugeführt werden, um seinen Bedarf zu decken. Sie ist durch einen erheblichen Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit gekennzeichnet.

 

Kann meine Behandlung zu einer Mangelernährung beitragen?

Ja. Eine Krebsbehandlung führt zu Veränderungen bei der Nahrungsaufnahme. 
Chemotherapie und Strahlentherapie können schmerzhafte Entzündungen und Schädigungen der Mundschleimhaut (Mukositis) verursachen. Sie können auch zu Übelkeit und Erbrechen sowie sonstigen Verdauungsbeschwerden führen. Außerdem verändert eine Chemotherapie den Geschmackssinn und kann einen Widerwillen gegen bestimmte Nahrungsmittel hervorrufen. 
Wenn Sie an Übelkeit und Erbrechen leiden, sollten Sie dies unbedingt dem behandelnden medizinischen Personal mitteilen, damit Sie praktische Ratschläge und eine angemessene Behandlung erhalten.

 

Welche Folgen kann eine Mangelernährung haben?

Die Mangelernährung schwächt Sie. Ein Gewichtsverlust von 15 % kann lebensbedrohlich werden. Darüber hinaus vervierfacht eine Mangelernährung das Infektionsrisiko.

 

Gibt es Ernährungsratschläge, die bei einer Chemotherapie beachtet werden sollten?

Ja. Chemotherapie kann einen Widerwillen gegen Nahrungsmittel hervorrufen. 
Wenn Sie sich besonders durch Gerüche gestört fühlen, wird empfohlen, die Mahlzeiten aufzuteilen (6 bis 8  pro Tag) und kalte Mahlzeiten zu bevorzugen. 
Sollten Sie trotz dieser Ratschläge weiterhin abnehmen, kann Ihr Arzt Ihnen passend zu Ihrer jeweiligen Situation Nahrungsergänzungsmittel verschreiben. Diese sind insbesondere energie- und eiweißreich und verbessern die Versorgung, auch wenn Sie nur kleine Mengen zu sich nehmen.

 

Gibt es Ernährungsratschläge, die bei einer Strahlentherapie beachtet werden sollten?

Ja. Wenn von Ihrer Behandlung der Hals-Nasen-Ohren-Bereich (Mund, Nase, Kehlkopf) betroffen ist, kann der Mund trocken sein und die Nahrungsaufnahme erschweren. In diesem Fall wird empfohlen, Ihre Nahrungsmittel mit einer Sauce zu servieren, damit sie weicher sind, oder sie mit Brühe oder Milch zu pürieren.
Wenn Ihre Strahlentherapie den Unterleib betrifft, beeinträchtigt sie möglicherweise die Magen-Darm-Passage. In diesem Fall müssen Sie die Zufuhr von Ballaststoffen einschränken, auf Rohkost, Trockenobst und frisches Obst verzichten.
Nach einer Operation des Magens oder des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs kann es erforderlich sein, die Mahlzeiten aufzuteilen und pürierte Speisen zu bevorzugen.

 

Kann ich Nahrungsergänzungsmittel oral einnehmen?

Ja. Orale Nahrungsergänzungsmittel ermöglichen einen Ausgleich bei unzureichender Nährstoffzufuhr. 
Sie sind verschreibungspflichtig und Sie müssen bei ihrer Anwendung die Empfehlungen Ihres Arztes beachten. 
Diese Nahrungsergänzungsmittel gibt es in Form von Milchgetränken, Fruchtsäften, Suppen, Nachtischen oder von Pulver, das der normalen Nahrung hinzugefügt wird. Sie können mit Ihrem Arzt oder Apotheker Form und Geschmacksrichtung wählen, die Ihrer Situation und Ihrem Geschmack am besten entsprechen.
Im Rahmen Ihrer Krebsbehandlung werden die Kosten für solche Nahrungsergänzungsmittel von Ihrer Krankenversicherung übernommen.

 

Auf welche Weise kann mir ein Ernährungsberater oder Diätetiker helfen?

Ernährungsberater oder Diätetiker können Ihnen bei der Optimierung Ihrer Ernährung helfen, um Ihre Nährstoffzufuhr zu erhöhen.
Sie beurteilen Ihren Kalorienbedarf und geben Ihnen einfache und praktische Ratschläge, wie Sie Ihre Mahlzeiten anreichern können, indem Sie eiweiß- und fettreiche Nahrungsmittel (geriebenen Käse, Hackfleisch, Butter, Sahne...) hinzufügen.
Sie können Ihnen auch dabei helfen, die Mahlzeiten so phantasievoll an Ihre Situation anzupassen (Aufteilung der Mahlzeiten, pürierte Mahlzeiten...), dass die Speisen trotzdem appetitanregend bleiben.

 

Muss ich nach meiner Behandlung besondere Ernährungsregeln einhalten?

In bestimmten Fällen wird Ihr Arzt Ihnen Ernährungsempfehlungen geben (Nahrungsmittel, die Sie meiden sollen; Vitamine, die Sie zu sich nehmen sollen...) oder Ihnen raten, sich an einen Ernährungsberater oder Diätetiker zu wenden.

 

Es muss unbedingt alles getan werden, um eine zu starke Gewichtsabnahme zu vermeiden. 
Bei Appetitlosigkeit wird empfohlen, über den ganzen Tag verteilt öfter salzige Kleinigkeiten (Schinken- oder (Schmelz-)Käsewürfel, Wurstscheiben...) oder kleine Süßspeisen (Pudding, Grießpudding oder Milchreis, Eis, Frischkäse, Joghurt, Quark, Trockenobst, Kompott, Cornflakes, Müsliriegel...) zu essen.


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Dr. Hannes Meier
 
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Allgemeinmedizin
 
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