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Während der Chemotherapie ernähre ich mich ausgewogen und befolge logische Ratschläge

 

Chemotherapie kann zu Appetitverlust führen, den Geschmackssinn verändern, Gewichtsverlust oder, ganz im Gegenteil, Übergewicht zur Folge haben. Für eine ausgewogene Ernährung können einige Ratschläge von Nutzen sein.

 

Ich bekomme Chemotherapie, muss ich meine Ernährung umstellen?

Nein, es sei denn Sie haben besondere Probleme beim Schlucken oder Essen.

Wenn dies der Fall ist, vermeiden Sie zu trockene Nahrungsmittel (Brot, trockene Kuchen, trockene Stücke weissen Fleischs), saure Nahrungsmittel (Grapefruits, Orangen, Tomaten, Gewürzgurken, Zitronen), knusprige Nahrungsmittel (Frühstücksflocken, Chips, rohes Obst und Gemüse, Naturreis), alkoholische Getränke (Bier, Wein). Vermeiden Sie auch zu heisses, zu kaltes oder zu scharfes Essen.

Sie sollten vielmehr Nahrungsmittel bevorzugen, die sich leicht schlucken lassen: Hackfleisch oder in Brühe gegartes Fleisch, Nudeln und Obst- oder Gemüsepürees, mild gewürzte Gerichte, Puddings und Cremes, Obstsalate in Sirup, Milchprodukte, säurearme Fruchtsäfte, lauwarme Getränke, Limonade ohne Kohlensäure.

Es ist ganz wichtig, eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung beizubehalten, auf die Sie Appetit haben. Die Ratschläge eines Ernährungsspezialisten oder einer Diätassistentin können Ihnen helfen.

Schliesslich ist es wichtig, Ihre Essenszeiten auf die Infusionszeiten oder die Einnahme von Medikamenten abzustimmen, damit Sie nicht appetitlos vor Ihrem Teller sitzen.

Ich habe einen sehr trockenen Mund, was kann ich tun?

Wenn Ihr Mund sehr trocken ist, kann man Ihnen künstlichen Speichel verschreiben.

Sie müssen auch viel Wasser in kleinen Mengen trinken und regelmässig den Mund ausspülen, eventuell mit einer Bikarbonatlösung, die der Arzt Ihnen verschreiben kann.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, Ihre Mundhygiene zu überwachen, weil ein hohes Infektionsrisiko besteht: Denken Sie daran, die Zähne mindestens nach jeder Mahlzeit zu putzen.

Ich bekomme Strahlentherapie. Muss ich meine Ernährung umstellen?

Es gelten dieselben Ratschläge wie für eine Chemotherapie.

Ich habe weniger Appetit als vorher, liegt das an meiner Therapie?

Das ist gut möglich. Chemo- oder Radiotherapien können den Geschmackssinn verändern, gewisse Gerüche können als unerträglich empfunden werden oder es können Schluckbeschwerden auftreten. Das sind die herkömmlichen Begleiterscheinungen dieser Therapieformen.

Diese Veränderungen sind allgemein bekannt.

Deshalb müssen Sie Ihre Ernährungsweise umstellen und während der Behandlungsdauer Speisen bevorzugen, die nicht zu stark riechen, nur mild gewürzt und fettarm sind oder wenig Zucker enthalten.

Bei Übelkeit kann man Ihnen Medikamente verschreiben.

Ich habe abgenommen. Was kann ich tun?

Vielleicht ist Ihre Ernährungsweise nicht gut auf Ihren Kalorienbedarf abgestimmt. Der Gewichtsverlust kann zwei Ursachen haben: Entweder Sie essen weniger als vorher oder Ihr Körper hat einen höheren Kalorienbedarf. In beiden Fällen müssen Sie nicht nur grössere Mengen sondern auch nahrhaftere Kost zu sich nehmen.

Zögern Sie nicht, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen, wenn Ihnen schnell übel wird.

Bevorzugen Sie nahrhafte Nahrungsmittel. Verfeinern Sie Suppen, Pürees oder Sossen guten Gewissens mit einem vollen Löffel Sahne oder Joghurt.

Geben Sie Butter und Käse in die Nudeln.

Wenn Sie einen trockenen Mund haben, essen Sie Eiscreme, die Sie zuvor leicht schmelzen lassen.

Und vergessen Sie nicht, zu jeder Mahlzeit proteinreiche Kost, wie Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch oder auch Getreideprodukte zu essen ...

Wenn die übliche Ernährungsweise nicht ausreicht, kann die Verabreichung von Nahrungsergänzungsmitteln von Nutzen sein, die man Ihnen verschreiben kann. Es gibt davon zahlreiche Sorten in verschiedenen Darreichungsformen (Fruchtsäfte, Milchgetränke, Cremesuppen, Suppen, Pürees …). Wenn der Gewichtsverlust trotz dieser Ratschläge fortbesteht, sprechen Sie darüber mit Ihrem Ärzteteam.

Ich habe zugenommen. Muss ich Diät halten?

Nein, Sie dürfen auf gar keinen Fall mit einer Diät beginnen, ohne dieses Thema in der Sprechstunde besprochen zu haben.

Während der Chemotherapie kommt es oft und aus diversen Gründen zu einer Gewichtszunahme, beispielsweise wegen der Ernährungsumstellung und der verminderten körperlicher Betätigung. In der Regel ist sie nicht von Dauer.

In der Remission hat Ihr Körper einen erhöhten Bedarf. Sie dürfen ihm auf keinen Fall bestimmte Nahrungsmittel vorenthalten, die für den Kampf gegen die Krankheit und seinen Wiederaufbau unverzichtbar sind.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn diese Gewichtszunahme Sie beunruhigt oder stört. Er wird Ihnen helfen, einen Ihrer Situation angemessenen Diätplan aufzustellen. Auch ein Ernährungsspezialist könnte Sie dabei unterstützen.

Wie Sie Übelkeit verringern und sich besser ernähren

  • Verteilen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag.
  • Nehmen Sie jedes Mal kleine Mengen zu sich. Essen Sie langsam.
  • Bevorzugen Sie leicht verdauliche Kost.
  • Vermeiden Sie stark riechende Nahrungsmittel (Kohl …).
  • Vermeiden Sie zu trockene, zu knusprige, zu saure Nahrungsmittel.
  • Vermeiden Sie fette, frittierte oder scharfe Nahrungsmittel.
  • Vermeiden Sie alkoholische Getränke.
  • Ernähren Sie sich abwechslungsreich.
  • Setzen Sie sich, nehmen Sie sich Zeit zum Essen und geniessen Sie Ihre Mahlzeiten.

Im Endeffekt gibt es also keine Spezialdiät. Sie essen das, was Ihnen schmeckt, wenn Sie Appetit darauf haben.

 

Bei Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung und Durchfall müssen Sie Ihren Arzt aufsuchen, um mit ihm eine Ernährungsweise in Betracht zu ziehen, die auf Ihre Therapie abgestimmt ist und Ihren Vorlieben entspricht. Lassen Sie sich in dieser Zeit von einem Ernährungsspezialisten oder einer Diätassistentin helfen. Diese vorübergehenden Unannehmlichkeiten dauern nur so lange wie Ihre Behandlung.


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