Sie befinden sich hier:

Praxis Dr. med. Hannes Meier

seniorenEnkel
mutterKind
familie

Behandlung

Chemotherapie: Ich bereite mich auf einen möglichen Haarausfall vor

 

Haarausfall ist eine häufige Begleiterscheinung von vielen Chemotherapien. Einige Ratschläge können Ihnen dabei helfen, diese Phase besser zu überstehen.

 

Warum fallen meine Haare aus?

Das Ziel Ihrer Chemotherapie ist es, Zellen mit schneller Zellteilung, wie dies bei Krebszellen der Fall ist, zu zerstören. Die Zellen der Haarwurzeln, die unsere Haare, Wimpern, Augenbrauen und unsere Körperbehaarung ganz allgemein bilden, teilen sich aber ebenfalls sehr schnell. Sie reagieren deshalb genauso empfindlich auf diese Behandlungen. 
Je nach Behandlungstyp und Dosierung ist die Wirkung mehr oder weniger stark. 
Manche Personen haben weniger widerstandsfähiges Haar und leiden trotz gleicher Behandlung an stärkerem Haarausfall als andere.

Kann man dem Haarausfall vorbeugen?

Bei Beginn Ihrer Chemotherapie können gewisse Massnahmen dazu beitragen, Ihr Haar zu schützen. Eine davon ist das Tragen einer Eishaube während Ihrer Chemotherapien (siehe folgende Frage).
Vor Beginn einer Chemotherapie kann auch ein kurzer Haarschnitt empfehlenswert sein. Er verstärkt die Wirkung der Eishaube, kann den Haarausfall etwas verzögern und abgesehen davon hilft er auch, sich schon im Voraus moralisch auf den Haarverlust einzustellen. 
Während Ihrer Chemotherapie sollten Sie sich vor der Behandlung die Haare waschen und dann mit der nächsten Haarwäsche 3 bis 8 Tage warten, bis sich die Haarwurzel regeneriert hat. Verwenden Sie ein mildes Haarshampoo, aber vermeiden Sie Baby-Shampoo, weil es eine nachfettende Wirkung hat. Verwenden Sie Haarshampoo generell sparsam. 
Verwenden Sie auch keinen Fön, keine elektrischen Lockenwickler, keinen Lockenstab oder Keramik-Haarglätter. Lassen Sie das Haar an der Luft trocknen, ohne es in Form zu fönen.
Natürlich wird von aggressiven Behandlungen abgeraten wie Färben, Strähnchen, Painting, Glätten mit chemischen Mitteln oder Flechtfrisuren.

Wozu dient die Eishaube?

Die Eishaube bezweckt, die Blutzufuhr zur Kopfhaut zu reduzieren. Da die Behandlung im Blut zirkuliert, soll die Eishaube dafür sorgen, dass weniger Medikamente mit den Haarwurzeln in Kontakt kommen.
Diese Eishaube, die bei der Chemotherapie getragen wird, muss ca. 10 Minuten vor Infusionsbeginn aufgesetzt werden. 
In gewissen Situationen ist die Anwendung der Eishaube jedoch ausgeschlossen. Das Ärzteteam kann entscheiden, ob sie von Nutzem ist oder nicht.

Ist der Verlust meiner Haare endgültig?

Nein. Abgesehen von dem Sonderfall, wo Ihre Kopfhaut einer Strahlentherapie ausgesetzt wurde, ist der Haarausfall nur vorübergehend. 
Mit Ausnahme dieses besonderen Falls wird Ihr Haar nach Behandlungsabschluss wieder nachwachsen. Der Haarnachwuchs beträgt ungefähr 1 cm pro Monat. Es kann sein, dass Ihr Haar in einer anderen Qualität nachwächst: Es kann glatter oder krauser, dunkler oder heller sein. Nach einigen Monaten wird sich Ihr Haar im Allgemeinen wieder wie früher anfühlen.

Kann ich den Ausfall der Wimpern und Augenbrauen vermeiden?

Man kann an Wimpern und Augenbrauen dasselbe Prinzip anwenden wie bei der Eishaube, indem man auf beide Augen in Stoff eingewickeltes Eis legt. 
Da dieses Zubehör im Krankenhaus jedoch nicht zur Verfügung gestellt wird, müssen Sie es mitbringen und in einer Kühltasche aufbewahren.

Fallen meine Haare gleich bei der ersten Chemotherapie aus?

Das hängt von den angewandten Chemotherapie-Protokollen ab. Bei manchen fallen die Haare schon bei der ersten Kur zwischen dem 15. und dem 20. Tag nach der Chemotherapie aus, bei anderen fallen Sie allmählicher aus. Fragen Sie den Arzt, der Ihnen die Behandlung verschreibt. Wimpern und Augenbrauen fallen später aus.

Wird meine Perücke von der Krankenkasse bezahlt?

Der Preis einer Perücke hängt von der verwendeten Haarqualität ab und davon, ob sie nach Mass angefertigt wurde. Der Preis ist im Durchschnitt relativ hoch: rund 400 Euro (600 CHF). Die Krankenversicherung zahlt einen Teil. Sie müssen wissen, dass in einigen Ländern die « Fondation contre le cancer » Patienten mit beschränkten finanziellen Mitteln einen Pauschalbetrag für den Kauf einer Perücke zur Verfügung stellen kann.

Ihr betreuendes Aerzteteam versucht mit einer ärztlichen Verschreibung Ihre Krankenkasse oder die Zusatzversicherung zur Kostenbeteiligung zu motivieren. Zusätzlich kann mit Hilfe eines dafür vorgesehenen Formulars (www.cancer.be) ein Antrag auf Kostenübernahme/-beteiligung an die oben erwähnte Stiftung gerichtet werden. Wenn der Antrag bewilligt wird, bekommt die Patientin den Betrag direkt überwiesen.

Wenn ich keine Perücke tragen möchte?

Wenn Sie keine Perücke tragen möchten, besteht die Möglichkeit ein Kopftuch zu binden bzw. einen Turban, einen Hut, eine Schirmmütze oder eine Baskenmütze zu wählen. Darüber hinaus bieten manche Fachgeschäfte Kopftücher mit Pferdeschwanz an. 
Es ist jedem überlassen, den eigenen Stil zu finden, um die schwere Zeit des Haarverlustes am besten zu überstehen.

 

Ihr Aerzteteam oder Selbsthilfegruppen können Ihnen eine Liste mit Adressen von Perücken- und Haarprothesengeschäften abgeben.  Weitere Informationen finden Sie auf http://www.krebsliga.ch/de/.


Visitenkarte

Dr. Hannes Meier
 
Dr. med. Hannes Meier
 
Allgemeinmedizin
 
Arrow-Up