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Medizinischer Leitfaden

Vorhofflimmern

 

Schlägt das Herz nicht mehr gleichmäßig, kann ein Vorhofflimmern vorliegen. Etwa 1-2% der europäischen Bevölkerung leiden darunter. Vor allem ältere Menschen sind betroffen.

 

Was ist Vorhofflimmern?

Normalerweise befindet sich das Herz im Sinusrhythmus, d.h. vom sogenannten Sinusknoten aus werden elektrische Impulse regelmäßig in die Herzmuskulatur geschickt und das Herz schlägt gleichmäßig. Besteht ein Vorhofflimmern kommt es zu ungerichteten elektrischen Aktivitäten im Vorhof des Herzens, das Herz verliert den Sinusrhythmus und schlägt unregelmäßig. Dies bezeichnet man als eine absolute Arrhythmie. Wenn die unregelmäßigen Herzschläge sehr schnell sind, spricht man auch von einer Tachyarrhythmia absoluta (TAA).

Woran erkennt man Vorhofflimmern?

Patienten, die unter Vorhofflimmern leiden, haben oftmals einen zu schnellen und unregelmäßigen Puls. Gerade bei bereits am Herzen vorerkrankten Patienten kann es, durch den zu schnellen Puls, zu Luftnot oder Schwindel, gelegentlich auch zu Brustschmerzen kommen. Über ein Elektrokardiogramm (EKG) kann Ihr Arzt sehr schnell die Diagnose Vorhofflimmern sichern.

Warum ist Vorhofflimmern gefährlich?

Durch zu schnelles Schlagen kann das Herz nicht mehr effektiv arbeiten, innerhalb von Tagen bis Wochen kann sich in manchen Fällen eine Herzmuskelschwäche mit ausgeprägter Herzinsuffizienz entwickeln. Gefährlich ist vor allem  das erhöhte Risiko für Embolien. Durch die Veränderungen des Blutflusses im Vorhof des Herzens können sich leicht Blutgerinnsel bilden, die dann ausgeschwemmt werden, und an anderer Stelle des Körpers ein Gefäß verstopfen können. Besonders gefürchtet ist in diesem Zusammenhang der Schlaganfall. Dieser entsteht durch Verstopfung eines Blutgefäßes im Gehirn.

Wie kann man Vorhofflimmern therapieren?

Bei der Therapie des Vorhofflimmerns unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Maßnahmen. Je nach Dauer des Vorhofflimmerns und des persönlichen Risikos wird Ihr Arzt eine passende Therapie vorschlagen.

  • Rhythmuskontrolle: Es wird versucht den eigentlichen Sinusrhythmus des Herzens wieder herzustellen. Dies ist bei neu aufgetretenem Vorhofflimmern oft möglich. Neben einer medikamentösen Therapie (chemische Kardioversion) besteht die Möglichkeit der Behandlung mittels Strom (elektrische Kardioversion). Der Patient bekommt während einer kurzen Vollnarkose einen starken Strom durch das Herz geleitet. Dies kann dazu führen, dass das Herz wieder im Sinusrhythmus schlägt. Bei einigen Patienten kann es sinnvoll sein mittels Kathetertechnik den Vorhof von innen mit Strom zu behandeln (Vorhofablation).
  • Frequenzkontrolle: Durch medikamentöse Therapie wird versucht die Herzfrequenz zu senken.  Dadurch kann das Herz wieder effektiver arbeiten und die Gefahr der Entstehung einer Herzinsuffizienz und deren Folgen werden minimiert.
  • Embolieprophylaxe: Gelingt es nicht den Sinusrhythmus des Herzens wieder herzustellen, ist es nötig, Medikamente zur Verringerung des Embolierisikos (z.B. Schlaganfall) dauerhaft einzunehmen.

Vorhofflimmern ist eine Erkrankung die mit hohen Risiken einhergeht und deswegen unbedingt behandelt werden sollte. Gelingt es nicht den Rhythmus des Herzens durch Medikamente oder Elektrotherapie wiederherzustellen, sollte die Herzfrequenz medikamentös auf normale Werte gesenkt werden. Um eine Embolie, wie z.B. einen Schlaganfall, zu verhindern müssen ent-sprechende Medikamente dauerhaft eingenommen werden.


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